Barrierefreiheit ist wichtig für jeden!
Zum 19.08.2022 hatte die Aktionsgruppe rollfender (rollend/laufender) Widerstand zu Demonstration für barrierefreien Bahnverkehr aufgerufen. Hierbei handelt es sich um eine privatorganisierte Gruppe aus behinderten und nicht-behinderten Menschen.

Sie kennen sich von Aktionen für den Umweltschutz. Sie möchten nicht nur die Umwelt schützen, sondern eine Welt für alle gestalten. So haben sie es sich zur Aufgabe gemacht auf die mangelnde Barrierefreiheit Nah- und Fernverkehr aufmerksam zu machen.

Als Beispiel für die Schwierigkeiten bei der Umsetzung von Barrierefreiheit haben sie sich den Deutzer Hauptbahnhof ausgesucht. Hier begann die Demonstration und sollte nach einer gemeinsamen Zugfahrt an der Zentrale der Deutschen Bahn in Frankfurt enden.

Um 10:00 Uhr trafen sich die Demonstranten auf dem Vorplatz des Bahnhofs. Nach einer lautstarken Kundgebung vor und einem Demonstrationszug durch den Deutzer Bahnhof teilte sich um 12:00 Uhr Gruppe der Demonstrierenden und einige traten die Reise nach Frankfurt an. Dort endete die Demo in schwindelerregende Höhe.

Menschen mit verschiedenen Behinderung demonstrieren auf dem Bahnhofsvorplatz. Auf den Stufen ist ein Plakat mit der Aufschrift "Mobilitätswende nicht ohne uns!" ausgebreitet.

Nichts über uns ohne uns! Auch SL Köln war dabei!

"Selbstbestimmt Leben" Behinderter Köln mit seinen Projekten (KSL, ZsL, EUTB) ist es ein großes Anliegen die Interessen von behinderten Menschen in Köln und Umgebung zu unterstützen und für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen.

Bunt, lautstark wurde darauf aufmerksam gemacht, dass es immer noch viel zu tun gibt.

Mit ein paar Rampen und gutem Willen ist es nicht getan! Menschen sind vielfältig ebenso wie die Hindernisse, denen sie gegenüberstehen.

Den Demonstranten ist es wichtig genauso mobil zu sein, wie es Nichtbehinderte auch sein können.

Einzelne berichten beispielsweise, dass sie im ICE nicht mitgenommen werden, wenn der eine Platz im ICE bereits besetzt ist. Sie empfinden das als Diskriminierung. Die Mitarbeitenden der Bahn rechtfertigen sich mit dem Sicherheitsaspekt. Dass man sie nicht mitnehmen würde, wäre keine Diskriminierung, sondern würde der Sicherheit des potentiellen Reisegastes dienen, schließlich ist der besondere Platz schon besetzt. Dies ist nur ein Beispiel von vielen.

Aus Sicht der Beteiligten ist das mindestens strukturelle Diskriminierung. Diese muss als solche benannt werden, nur dann kann man anfangen etwas zu ändern.

Barrierefreiheit ist für jeden wichtig, egal ob jung, alt, behindert oder nicht behindert, unterwegs mit dem Kinderwagen, Rollator, Rollstuhl, mit Langstock oder Blindenführhund oder einfach nur mit verdammt schweren Koffern.

Barrierefreiheit ist etwas, das jedem nützt.