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„Behinderte Menschen“ - Sagt man das so? Oder heißt es nicht eher ‚Menschen mit Behinderung‘?“, so lautete eine Frage, welche die Kölner Fotografin Bettina Flitner Ellen Romberg-Hoffmann vom KSL Köln im ersten Telefongespräch bezüglich der geplanten Fotokampagne stellte. Genau aus dieser Fragestellung heraus entwickelten sich in einem sehr spannenden gemeinsamen Projekt diese Postkarten.

Menschen mit Behinderung mögen körperliche, sinnesbezogene oder kognitive Einschränkungen haben, doch ist es ihre jeweilige Umwelt, die sie einschränkt/behindert. Denn wären zum Beispiel alle Bürgersteige flach oder gäbe es überall Aufzüge, oder wären alle Anträge in Behörden in Leichter Sprache verfasst, oder wäre Gebärden- und Schriftdolmetschung bei öffentlichen Veranstaltungen selbstverständlich, oder verfügten alle Fernsehsendungen über Audiodeskription könnten alle Menschen „einfach(er)“ teilhaben. Dann wären viele Einschränkungen gar nicht mehr wesentlicher Bestandteil des täglichen Lebens „behinderten Menschen“.

Die Fotos der vier Frauen bringen zum Ausdruck, dass diese Frauen mit Behinderung mitten im Leben stehen, ihren Weg gefunden haben und starke Persönlichkeiten sind. Alle vier (Christine Linnartz, Jenny Westbomke, Barbara Combrink-Souhjoud und Nicole Andres) mussten Mut aufbringen, um sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Für alle Frauen, die nicht beruflich Model sind, ist es ohnehin eine große Frage, ob sie „schön genug“ sind für eine Fotokampagne.

Und nun wollten die KSL gerade betroffene Frauen als Foto-Modell, die mit ihrer Beeinträchtigung im öffentlichen Raum sichtbar sind und auf diese Weise anderen Menschen mit Behinderung oder Angehörigen Mut machen. Vielleicht erreichen die Postkarten auch Unterstützer*innen die in der Behindertenhilfe tätig sind, sich also professionell mit Beeinträchtigungen auseinandersetzen. Vielleicht bekommt die eine oder der andere Betrachter*in genau jene neuen Impulse, um die eigene Einstellung dem Thema Behinderung gegenüber noch einmal zu überdenken.

Auf den Fotos sind Frauen zu sehen, die Lebensfreude, Mut, Tatkraft und Engagement ausstrahlen.

Es war sehr spannend zu beobachten, wie unseren Models gemeinsam mit der Fotografin Bettina Flitner ihre persönlichen Motive entwickelten. Wie lässt sich zum Beispiel Gehörlosigkeit im Bild einfangen und darstellen? Aber im direkten Kontakt war dies gut möglich, weil auch hier Barrieren – auf beiden Seiten der Fotolinse - gefallen sind. Nämlich, weil Fragen gestellt werden konnten und eine gemeinsame Aktion Berührungsängste abbaute. Spannend und schön sind hierbei die FRAUEN .

Die KSL NRW wollen mit dieser Aktion Aufmerksamkeit dafür schaffen, dass Barrieren weiterhin abgebaut werden müssen und dies bald geschehen muss. Die bestehenden Barrieren und Vorurteile behindern betroffene Menschen darin, die gleichen Chancen nutzen zu können wie nichtbehinderte Menschen. Frauen mit Behinderung sehen sich oftmals einer Doppel-Diskriminierung ausgesetzt. Darüber hinaus sind sie doppelt so häufig Opfer von Gewalt wie nicht-behinderte Frauen.

So setzen sich die KSL NRW dafür ein, dass sich die Lebensbedingungen für behinderte Menschen verbessern. Dies tun wir durch Öffentlichkeitsarbeit, Seminare und Workshops für Betroffene, Angehörige und Fachleute.

Rufen Sie uns gerne an: Ellen Romberg-Hoffmann - 0221 277 1703

Service:
Die Postkarten werden im Rahmen von öffentlichen Aktivitäten des KSL Köln im Regierungsbezirk verteilt. Interessenten können die Karten in kleinen Stückzahlen beim KSL Köln kostenlos anfordern.