Rund 300 Expert*innen von Beratungsangeboten für Menschen mit Behinderungen kamen heute zur Fachtagung „Kooperation statt Konkurrenz!?“. Sie diskutierten und entwickelten Vorgehen für eine kooperativere Beratungslandschaft in Nordrhein-Westfalen.

„Ich freue mich, dass die Akteure der Beratungslandschaft für Menschen mit Behinderungen in Nordrhein-Westfalen erstmals zusammenkommen, um sich auszutauschen und sich zu vernetzen“, eröffnete Anselm Kipp die Veranstaltung. Der Gruppenleiter in der Abteilung Soziales im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) begrüßte die rund 300 Gäste der Fachtagung, zu der das Ministerium und die Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben NRW (KSL NRW) im Umfeld der ‚REHACARE‘ auf der Düsseldorfer Messe erstmalig eingeladen hatten. Das Ziel: allen Teilnehmenden Überblick und Transparenz in einer vielschichtigen Beratungslandschaft zu geben, damit die Angebote besser vernetzt und Menschen mit Behinderungen bestmöglich beraten werden.

Das Bundesteilhabegesetz (BTHG) hat wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Beratung für Menschen mit Behinderung gesetzt. So sollen durch neue Angebote wie der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) mehr Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung selbstverständliche Lebensrealität werden. Doch eine wirkliche Verbesserung für selbstbestimmtes Leben und eine inklusive Gesellschaft stellt sich nur ein, wenn die unterschiedlichen Beratungsangebote in einer Region sinnvoll vernetzt werden. „Selbstbestimmung heißt: der ratsuchende Mensch mit Behinderung ist entscheidend, und nicht das Interesse der Beratungseinrichtungen oder deren Träger“, sagt Marcus Windisch, Leiter der Koordinierungsstelle der Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben (KSL). Prof. Dr. Albrecht Rohrmann von der Universität Siegen mit Forschungsschwerpunkten wie Inklusion, Teilhabeplanung und Behindertenpolitik fasste die Ergebnisse der Veranstaltung so zusammen: „Die Tagung macht deutlich, dass es viele gute Ansätze der Kooperation gibt, sich aber insbesondere die neuen und die etablierten Beratungsstellen auf kommunaler Ebene noch besser miteinander vernetzen sollten.“

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