Schon wieder Weihnachten! War nicht gerade noch Sommer?

Ja, die Zeit rast und wir finden oder nehmen uns selten Zeit darüber nachzudenken, was uns wirklich wichtig ist. Was war mir wichtig in diesem Jahr? Persönlich konnte ich erleben, wie meine Tochter sich durchs Abitur wurschtelte, neue Pläne für ihr Leben schmiedete und wie sie ihren Neuanfang organisierte. Das war schön zu erleben!

Übergangsweise habe ich die Projektleitung des KSL übernommen, um einer lieben Kollegin eine Auszeit zu ermöglichen. Ich hoffe, sie konnte sie so nutzen, wie sie es sich wünschte. Ich freue mich auf ihre Rückkehr, weil ich den Austausch mit ihr sehr bereichernd finde und die Zusammenarbeit mit ihr sehr schätze.
Ich konnte Kolleg*innen erleben, die sich sehr engagieren, die (fast) immer alle anfallenden Aufgaben übernehmen und einen hervorragenden Einsatz für unsere Arbeit zeigen.

Ich konnte Menschen kennen lernen, die sich trauten, mir viele Fragen zu stellen, Menschen, die sich mir – auch in sehr persönlichen Angelegenheiten – anvertrauten. 
Behinderte Menschen kamen zu mir, um sich über ihre Rechte zu informieren und zu erfahren, was sie gegen Handlungen tun können, die für sie nicht in Ordnung sind oder wie sie sich gegen Diskriminierungen zur Wehr setzen können.
Ich fand offene Türen in Wohnheimen; konnte dort Mitarbeiter*innen zum Thema Gewaltprävention schulen, damit sie einen (noch) sensibleren Blick für die Belange behinderter Menschen entwickeln.

In Arbeitskreisen, Fortbildungen und bei Veranstaltungen traf ich auf interessierte und engagierte Menschen, von denen ich manche Inspiration und manchen Gedanken mitgenommen habe, was ich in meiner Arbeit nutzen konnte.
Beeindruckt haben mich die behinderten Menschen, die viele Jahre dafür kämpften, ihre Ansprüche auf Assistenzstunden durchzusetzen, um so eine größere Selbstbestimmung und Lebensqualität zu erlangen. Gut, dass es Menschen gibt, die ihnen und anderen Mut machen, nicht aufzugeben und sie wieder antreiben, wenn sie kurz davor stehen aufzugeben.

Die Begegnungen, die Gespräche mit Euch/mit Ihnen, Eure/Ihre Lebenseinstellungen, Lebenspläne und Entwürfe, Eurer/Ihr Vertrauen uns gegenüber inspirieren mich immer wieder, geben mir viele neue Impulse für meine Arbeit.
Es ist eine große Bereicherung Euch und Sie zu erleben und von Euch/Ihnen zu lernen. Oder wie Thomas Bernard schon sagt:

Jeder Mensch ist ein einmaliger Mensch
und tatsächlich, für sich gesehen,
das größte Kunstwerk aller Zeiten.

Es ist ganz wunderbar, sich mit Euch und Ihnen gemeinsam dafür einzusetzen, dass sich die Lebenssituation behinderter Menschen im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention verbessert.  Dafür sind - wie wir wissen - noch viele Schubladen auszuräumen und Vorurteile abzubauen, aber gemeinsam werden wir es schaffen.  

Einen schönen vierten Advent & liebe Grüße.

Text: Ellen Romberg-Hoffmann, KSL Köln
 

Das Bild zeigt vier rote Kerzen, die brennen.