Am 26. sowie am 28. Oktober war jeweils eine Ausbildungsklasse der Kölner Kliniken zu Besuch beim KSL, um die bisher im Unterricht gelernten Aspekte zum Thema Behinderung in einem Workshop zu vertiefen.
Nach einem gemeinsamen Einstieg sammelte KSL.Köln-Mitarbeiterin Lena Ingenhaag mit den Teilnehmenden auf einem Flipchart zentrale Begriffe zum Themenbereich „selbstbestimmt leben“. Davon ausgehend stellte sie den Trägerverein Selbstbestimmt leben Behinderter Köln e.V. und die Arbeit der KSL.NRW vor, in denen Selbstbestimmung eine zentrale Rolle spielt.
Mit den Workshopgruppen wurden dann die verschiedenen Formen von Beeinträchtigung – körperliche, seelische, kognitive, Sinnesbeeinträchtigungen, sichtbare und nicht-sichtbare – besprochen und im Hinblick auf die Definition von Behinderung eingeordnet. Ferner wurden die Abgrenzung zwischen Fremd- und Selbstbezeichnungen verdeutlicht und Empowerment in den Fokus gerückt.

Anschließend lud die Workshopleitung die Gruppen zu einem Brainstorming über sowohl Barrieren als auch Hilfsmittel für unterschiedliche Beeinträchtigungen ein. Lena Ingenhaag betonte die enorme Relevanz vielseitiger Hilfsmittel für ein selbstbestimmtes Leben und ging auf die Behindertenrechtsbewegung ein, der es gelang, mehr Rechte von Menschen mit Behinderung einzufordern und die stetig für Sichtbarkeit und Barrierefreiheit kämpft. Von da aus leitete die KSL.Köln-Mitarbeiterin zur UN-Behindertenrechtskonvention über, welche die Notwendigkeit der Umsetzung von gleichen Rechten für alle festschreibt. Sie gab einen Überblick über die Themen der UN-BRK und beschrieb das soziale Modell von Behinderung, welches ihr zugrunde liegt, im Gegensatz zum medizinischen. Um die Wirkweisen von Diskriminierungsstrukturen aufzuzeigen, wurden darüber hinaus die Begriffe Ableismus und Intersektionalität erläutert.
Gegen Ende des Workshops durften die Teilnehmenden dann von der Theorie zur Praxis übergehen: An Selbsterfahrungsstationen konnten sie in die Perspektive von Menschen mit Seh- oder Hörbeeinträchtigung schlüpfen, das Finger- und das Lormalphabet testen, sich mit dem Langstock orientieren und Schleichtiere ertasten. Auch die Fortbewegung in einen Rollstuhl konnten sie ausprobieren. In einer Reflexionsrunde berichteten die Schüler*innen, dass ihnen der Perspektivwechseln geholfen habe, sich in Menschen mit Behinderungen hineinzuversetzen – wenngleich dieser „Rollentausch“ nur einen kleinen Eindruck von dem, was ein Leben mit Beeinträchtigungen ausmacht, nachahmen kann.

Die Schüler*innen beider Klassen hörten interessiert zu und beteiligten sich rege. Das KSL.Köln bedankt sich für den netten Besuch und freut sich auf zukünftige Workshops mit den Pflegeschulen!