Am 29. Mai 2026 lud das Bündnis Sozialverträgliche Mobilitätswende NRW Politik, Verwaltung, Verbände und Interessierte zu einer Dialogveranstaltung im Bürgerzentrum Köln-Ehrenfeld ein. Unter dem Motto „Straßenraumdialog – Soziale Teilhabe, Umwelt- und Klimaschutz im Straßenraum verbinden“ bestand die Möglichkeit, sich in Workshops über verschiedene Perspektiven auf Straßenräume zu informieren und sich auszutauschen. KSL.Köln-Mitarbeiterinnen Luisa Kempf und Lena Ingenhaag nahmen an der Veranstaltung teil.
In einem Workshop zum Thema Barrierefreiheit ging Julia Kuhn vom SoVD auf rechtliche Hintergründe und Vorgaben in den Bereichen Mobilität und Barrierefreiheit ein. Im Hinblick auf Barrieren im Straßenraum wurde zunächst rege im Plenum gesammelt und anschließend die direkte Umgebung erkundet. Hier dokumentierten die Teilnehmenden einige Barrieren.
Am Nachmittag konnte sich das Publikum einem Vortrag von Dr. Harald Schuster (futurkomm) über seine Forschungsergebnisse zum Thema Nahmobilität und seiner Idee „sozialer Straßen“ inspirieren lassen. Hier ging es darum, dass Nahmobilität das Miteinander prägt und gemeinschaftliche Nachbar*innenschaft im Straßenraum für sozialen Zusammenhalt, weniger Einsamkeit und mehr Resilienz sorgen kann. Er plädierte für nachhaltige, inklusive Straßenraumnutzung, die die Lebensqualität aller Bewohner*innen eines Ortes verbessern kann. Hierfür müsse es mehr ‚dritte Orte‘ geben, an denen Menschen sich gerne aufhalten wollen, sich sicher fühlen und einander begegnen können. Er bezeichnete sein Konzept der „social streets“ als Immunsystem für den sozialen Zusammenhalt und Demokratie.
Auch der Leiter der Abteilung ‚Mobilität der Zukunft, Radverkehr, ÖPNV‘ des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, Udo Sieverding war anwesend und stellte sich den kritischen Fragen der Teilnehmenden.
Zu guter Letzt gab es eine Podiumsdiskussion mit Staatssekretär Viktor Haase (Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westphalen), Martin Metz (Grüne NRW), Benedikt Lechtenberg (VdK NRW) und Dr. Harald Schuster (futurkomm). Hier wurde diskutiert, welche Bedeutung kommunaler Selbstverwaltung in Form von zivilgesellschaftlichen Initiativen wie Superblocks oder Schulstraßen zugutekommt oder inwiefern städtische Infrastrukturkonzepte sich auf ländliche Räume übertragen lassen. Darüber hinaus wurde die Orientierung an den Lebenswelten der Menschen angesprochen und dass Barrierefreiheit Vorteile für alle darstellt („Curb Cut Effect“).
Das KSL.Köln bedankt sich für die Organisation des interessanten, austauschreichen Events und freut sich auf weitere Veranstaltungen des Bündnisses!