Am 28. April 2026 waren Mitarbeitende der Kölner Jugendzentren eingeladen, an dem Workshop „Haltung kann Barrieren abbauen, der Check“ beim KSL.Köln teilzunehmen.
Ira Vogt leitete den Workshop in den Räumen des KSL.Köln an und startete mit einer kreativen und interaktiven Kennenlernrunde: Mithilfe von Bildkarten und einer Aufstellung regte sie die Teilnehmenden dazu an, sich beispielsweise über ihre Erwartungen an den Workshop, private und berufliche Überschneidungen mit dem Thema Behinderung oder darüber, wie barrierearm ihre Räumlichkeiten sind, auszutauschen.
Nach einer Vorstellung der KSL.NRW und Selbstbestimmt Leben Behinderter e.V. sprach Ira Vogt über den Begriff Behinderung und verschiedene Definitionsansätze.
Beim Thema Selbstbestimmung brainstormte die Gruppe anhand einer ABC-Sammlung Bereiche, in denen Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung wichtig ist. Ira Vogt ging auf die Grundsätze der Selbstbestimmt Leben-Bewegung und verschiedene Modelle für den Umgang mit marginalisierten Gruppen (Exklusion, Separation, Integration, Inklusion) und plädierte für die Inklusion als gesellschaftliches Ziel.
Schließlich sprach Ira Vogt über Ableismus und erwähnte, dass jede Person ohne Behinderung in ihrem Leben einmal auf eine barrierefreie Umgebung angewiesen sein könnte, sei es durch körperliche Verletzungen, psychische Erkrankungen, fortschreitendes Alter, Schwangerschaft und Kinder oder später erworbene Behinderungen.
Es folgte ein Input zu verschiedenen Behinderungsformen: Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, Sinnesbehinderungen (Menschen mit Hörbehinderung und gehörlose Menschen; Menschen mit Sehbehinderung und blinde Menschen), Menschen mit anderen Lernmöglichkeiten und Menschen mit nicht sichtbaren Behinderungen.
Im Fokus stand hier, worauf bei der Kommunikation bei den betroffenen Personen geachtet werden sollte und welche Haltung ihnen gegenüber wichtig ist, um ein respektvolles Miteinander zu ermöglichen.
In einer Selbsterfahrungseinheit konnten die Teilnehmenden dann ausprobieren, wie es sich anfühlt, sich mit verbundenen Augen oder sichteinschränkenden Brillen und Langstock zurechtzufinden, Fußball zu spielen oder Braille-Schrift zu ertasten. Durch Kopfhörer, die Umweltgeräusche ausblenden, konnten sie zudem testen, wie es sich anfühlt, von mündlichen Unterhaltungen wenig bis gar nichts zu verstehen.
Über den gesamten Workshop wurde sich angeregt ausgetauscht; es wurden Fragen gestellt und Erfahrungsberichte geteilt.
Das KSL.Köln bedankt sich bei allen Teilnehmenden für ihr Interesse und die rege Teilnahme!