Im Siegerland ist eine gemeinschaftliche Initiative auf dem Weg zu einer inklusiveren Veranstaltungskultur: Um sich von historisch gewachsenen Kulturformaten hin zu lebendigen, offenen und barrierefreien Formaten zu entwickeln, wird der Aufbau eines Netzwerkes „Offene Orte der Industriekultur Siegen-Wittgenstein“ angestrebt. Auf eine einleitenden Vortrag mit Diskussionsrunde zum Thema "Teilhabe und Partizipation in der Industriekultur" folgt nun eine Veranstaltung mit Fokus auf die Industriegeschte der Zwangsarbeit in Südwestfalen.
Die Industriekultur ist weit mehr als die Summe historischer Maschinen und staubiger Archive; sie ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Identität und der tief verwurzelten Heimatverbundenheit der Menschen im Kreis Siegen-Wittgenstein. Als eine der ältesten Industrieregionen Mitteleuropas blickt Südwestfalen auf eine faszinierende Geschichte zurück, die das gesellschaftliche Leben bis heute prägt. Doch so offen und einladend die hiesigen Kulturorte im Kern auch gemeint sein mögen, so oft stehen sie in der alltäglichen Praxis vor unsichtbaren oder ganz konkreten Barrieren. Historisch gewachsene Gebäude, unebene Böden und Treppen erschweren Menschen mit Mobilitäts- oder Sinneseinschränkungen den Zugang. Zudem orientieren sich viele Angebote traditionell stark an einem rein technikaffinen, oft männlich dominierten Publikum, wodurch sich andere gesellschaftliche Gruppen wie Frauen, ältere Menschen oder Mitbürger mit Migrationshintergrund im Alltag häufig nicht optimal angesprochen fühlen.
Genau an dieser Schnittstelle setzen die Freunde historischer Technik Freudenberg e.V. als engagierter Träger des Technikmuseums Freudenberg an. Mit der wegweisenden und im Rahmen des Regionalen Kultur Programms NRW (RKP) geförderten Initiative „Von der Industrie zur Kultur – Räume für alle“ wollen die Verantwortlichen bestehende Hürden systematisch identifizieren, abbauen und die Barrierefreiheit in den Mittelpunkt rücken. Das Vorhaben blickt dabei bewusst über den Tellerrand klassischer Ausstellungsstätten hinaus, indem es neben Museen und historischen Bergwerken auch aktive regionale Industriebetriebe als lebendige Partner einbezieht. Herzstück des gesamten Vorhabens ist der Aufbau des neuen Netzwerks „Offene Orte der Industriekultur Siegen-Wittgenstein“. In diesem engen Verbund entwickeln Träger, Einrichtungen und soziale Organisationen gemeinsam partizipative und regionsbezogene Lösungen, die auf einen intensiven Wissens- und Erfahrungstransfer nach dem Prinzip des Peer-to-Peer-Lernens setzen.
Veranstaltungsreihe: Von der Industrie zur Kultur – Räume für alle
Mittwoch, 30.9. 2026 , 14-16.30 Uhr
Technikmuseum Freudenberg
Olper Straße 5
57258 Freudenberg
Tel 02734 3248 oder 0178 1605480
info@technikmuseum-freudenberg.de